Das Geheimnis des Budapest Wine Festivals

Wer schon einmal beim Budapest Wine Festival war, weiß es genau: Der Titel „Europas schönstes Weinfestival" ist mehr als verdient. Der UNESCO-Welterbestandort, das fantastische Weinangebot und die bunte Vielfalt an Kulturprogrammen sorgen jedes Jahr für unvergessliche Erlebnisse beim Publikum.

Das Geheimnis des Budapester Weinfestivals

Das Geheimnis des ungebrochenen Erfolgs des Weinfestivals – das nun zum 29. Mal stattfindet – liegt jedoch nicht nur in den oben genannten Faktoren: Die Mitglieder der Magyar Szőlő- és Borkultúra Nonprofit Kft. sind dem kontinuierlichen Wachstum verpflichtet und verrichten ihre wertschöpfende Arbeit mit unendlicher Bescheidenheit und Leidenschaft. Lest unser Interview mit László Pintér, einem der Organisatoren des Weinfestivals, und ihr werdet all das selbst herausfinden. Seid dabei!

Molino.hu: Wie hat das Weinfestival seinen Anfang genommen?

László Pintér: Es war der große Traum unseres Geschäftsführers Zoltán Zilai, einen Gemeinschaftsraum ins Leben zu rufen, in dem ungarische Winzer zeigen können, dass auch im eigenen Land hervorragende Weine hergestellt werden können.

Aus diesem Wunsch entstand zunächst die Idee, die Botschaft des qualitativ hochwertigen ungarischen Weins in Form einer Art Weinmarkt an die Verbraucher heranzutragen und damit die heimische Weinkultur zu fördern. Die Umsetzung erfolgte 1992 in Form des ersten landesweiten Weinfestivals unter dem Namen Budapest Wine Festival – damals noch auf dem Vörösmarty-Platz, mit 17 Ausstellern und 5.000 Besuchern.

Die Idee zur Stiftung stammte ebenfalls aus Fachkreisen, und dank ihrer Arbeit hatte der Vörösmarty-Platz bis 1998 – mit 50 Ausstellern und 30.000 Gästen – seine maximale Kapazität erreicht. Das Weinfestival zog 1999 ins Budaer Burgviertel um, wo es bis 2005 den gesamten Burgpalast von Buda in Beschlag genommen hatte und jährlich durchschnittlich 40–45 Tausend Besucher empfängt – aus dem In- und Ausland gleichermaßen.

Bildquelle: https://aborfesztival.hu/hu Zsolt Szigetváry

Molino.hu: Wie habt ihr das Weinfestival so bekannt gemacht? Welche Marketingkanäle habt ihr genutzt?

László Pintér: Die Markenbekanntheit wuchs im Laufe der Jahre auf fast natürliche Weise, sodass wir heute – natürlich mit einer gewissen Bescheidenheit – sagen können: Wenn jemand in Ungarn das Wort „Weinfestival" hört, meint er damit mit großer Wahrscheinlichkeit das Budapest Wine Festival.

Das primäre Ziel unserer Werbemaßnahmen ist daher nicht die Steigerung der Bekanntheit, sondern vielmehr die Kommunikation der Details der Veranstaltung: wann sie stattfindet, wie viele Tage sie dauert und welche Aussteller und Programme die Besucher erwarten können.

Was unsere Werbekanäle betrifft, waren wir in der klassischen Printpresse hauptsächlich mit kreativen Anzeigen vertreten; TV-Flächen nutzten wir in geringerem Umfang, stattdessen schalteten wir lieber Werbung im Radio. Die vergangenen 5–6 Jahre waren jedoch von einer starken Verschiebung geprägt: Auch wir haben uns dem Online-Bereich zugewandt, der uns die Möglichkeit bietet, deutlich bessere und messbarere Plattformen zu nutzen – und das für ein konkretes Zielpublikum.

Molino.hu: Die Verlagerung ins Online-Bereich gewann in der Frühjahrszeit besondere Bedeutung. Welchen Einfluss hatte die entstandene Situation auf eure Veranstaltungen?

László Pintér: Neben dem Budapest Wine Festival veranstalten wir jeden Frühling den internationalen Weinwettbewerb VinAgora, der dieses Jahr eigentlich im April hätte stattfinden sollen und – aus verständlichen Gründen – erst im Juli ausgetragen werden konnte.

Das kleine Geschwister des Weinfestivals, das seit 2012 laufende Rosalia-Festival, war für Mai geplant. Aufgrund der Umstände haben wir es zunächst auf Juni verschoben, doch wegen der durch die schnellen Veränderungen verursachten Unsicherheit entschieden wir uns, es lieber auf einer Online-Plattform auszurichten – über zwei Tage hinweg, in Form eines 3-stündigen Programms. Es war eine schöne Herausforderung, und ich denke, es ist sehr gut gelungen.

Beim Budapest Wine Festival hielten wir am ursprünglichen Plan fest, also an den Terminen vom 10. bis 13. September.

Molino.hu: Bei den Festivals setzt ihr jedoch auf klassische Werbemittel. Welche haben sich für euch bewährt?

László Pintér: Wir haben einen allgemeinen Ausstellerkatalog, den wir in hoher Auflage produzieren und der beim gesamten Publikum bis heute auf großes Interesse stößt – er ist in der Regel am Ende der Veranstaltung ausverkauft. Unser spezielles Programmelement, Taste of Hungary – für ein engeres Publikum und in kleinerer Stückzahl – wurde bislang ebenfalls in Katalogform präsentiert: Wir empfehlen darin VinAgora-preisgekrönte Weine, Verkostungsfolgen und Routen, doch in diesem Jahr nimmt es eine neue Form an.

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Molino.hu: Nutzt ihr den Katalog nach dem Motto „Gesprochenes verweht, Geschriebenes bleibt", um die Erinnerungswirkung sicherzustellen?

László Pintér: Wir setzen gedruckte Werbemittel – aufgrund ihrer guten Strukturiertheit – vor allem wegen ihrer Nützlichkeit ein: Sie sind praktisch, erleichtern die Orientierung und helfen den Besuchern. Das Bedürfnis nach einem bleibenden, greifbaren Andenken erfüllen wir am ehesten mit dem gebrandeten Weinglas, denn trotz der Verlagerung ins Online-Bereich bleibt es ein Kundenwunsch, dass Gäste mit einer handfesten Erinnerung von uns gehen können.

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Abgesehen davon, dass die Werbemittel vor Ort – Mesh-Banner, Großflächenbanner, Vinyl-Dekorationen – eine funktionale Aufgabe erfüllen (z. B. Wegweisung, Besucherlenkung oder Abschirmung), dienen sie alle dazu, ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten, in das wir auch die Aussteller einbeziehen – beispielsweise durch die Dekoration der Stände und Holzhäuschen. Wir sind der Ansicht, dass die Besucherzahl an den Ständen auch mit einer ansprechenden und schönen Dekoration zusammenhängt.

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Molino.hu: Ja, wir stellen auch fest, dass Kunden oft kein Produkt, sondern ein Erlebnis kaufen.

László Pintér: Auch wir sind bestrebt, daran zu arbeiten, unseren Besuchern über die bloße Organisation des Festivals hinaus Erlebnisse zu bieten. Das ist auch das, was die Verbraucher möchten – denn das Produkt selbst können sie anderswo kaufen, aber das Erlebnis – zum Beispiel, mit dem Winzer sprechen zu können – bekommen sie dort nicht dazu. Deshalb sind wir auch froh über jene Aussteller, die ihr eigenes Weingut authentisch vertreten und ihren Produkten als Geschenk die persönliche Geschichte hinter dem Namen – oder hinter dem jeweiligen Wein – mitgeben.

Molino.hu: Im Laufe unseres Gesprächs hat sich mehrfach gezeigt, dass Authentizität auch in Bezug auf euch selbst ein zentraler Wert für euch ist. Gehört dazu auch eure persönliche Präsenz bei euren Veranstaltungen?

László Pintér: Natürlich – wir sind von Anfang bis Ende bei den Festivals dabei!

Von der Geländebegehung bis zur nächtlichen Schließung der Festivaltage nehmen wir an den Veranstaltungen teil – einschließlich unseres Geschäftsführers Zoltán Zilai.

Molino.hu: Eure wertschöpfende Arbeit ist fantastisch – die Art, wie ihr Besucher durch Erlebnisse dazu bringt, heimische Weine lieben zu lernen und selbst für sie zu werben!

Wie seht ihr das: als Mission? Als Berufung?

László Pintér: So sehen wir es nicht unbedingt, denn was uns am meisten bestätigt, ist die Tatsache, dass wir seit fast 30 Jahren dabei sind – obwohl wir in dieser Zeit viele Veränderungen durchgemacht haben und manchmal enormen Herausforderungen begegnen mussten. Unser Team besteht aus zehn Personen; als Mikro-Gemeinschaft tragen wir alle gleichermaßen zu den Aufgaben bei und stecken unser ganzes Herz hinein. Der Schlüssel und die Seele unseres Erfolgs ist der Teamgeist.

Molino.hu: Worauf seid ihr am stolzesten, wenn ihr auf die vergangenen 30 Jahre zurückblickt?

László Pintér: Zum Beispiel darauf, dass wir noch immer im Budaer Burgviertel präsent sind. Wir setzen viel daran, dass Kultur, Folklore und Bildung ein fester Bestandteil unserer Veranstaltungen sind; und jedes Jahr ist es unser Ziel, unseren Besuchern mehr zu bieten. Ungarn hat einen unerschöpflichen Schatz, der es mit dem Ausland aufnehmen kann: Keiner ist besser oder schlechter als der andere, aber es ist wichtig, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass sie nebeneinander existieren! Es ist wichtig, beides zu zeigen.

Persönlich bin ich am stolzesten darauf, dass ich all das miterleben darf.

Bildquelle: https://aborfesztival.hu/hu Zsolt Szigetváry

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